art-emerge Fotografie | Mein Offline-Portfolio Teil 2: auf die Größe kommt es an

Mein Offline-Portfolio Teil 2: auf die Größe kommt es an

August 17, 2015  •  Kommentar schreiben

Im ersten Teil dieser Serie habe ich erläutert, warum und wie ich zu meiner gedruckten Portfoliomappe gekommen bin. Nun möchte ich euch zeigen, wie ich meine ganz besonderen Lieblingsbilder präsentiere. ACHTUNG: es wird unter Einsatz von Blut, Schweiß und Babybekleidung gebastelt!

Das Bildformat

Ich wollte unbedingt einige meiner Bilder größer als in DIN A4 drucken, um ihnen einen besonderen Touch zu verleihen. Auch diesmal wurde ich wieder bei Saal-Digital fündig - mit der größten verfügbaren Größe für gewöhnliche Fotoabzüge, nämlich 30cm x 45cm. 30 x 45 ist für mich ein deutlich praktischeres Format als die sonst benutzten 21 x 29,7cm², da es näher am nativen 2:3-Seitenverhältnis meiner Originalbilder liegt und ich die meisten Fotos auch explizit in 2:3 entwickle.

Im Gegensatz zu den A4-Bildern, die ich alle in "matt" bestellt hatte, entschied ich mich bei den großen Prints für die Portrait/Silk-Ausführung. Dabei erhalten die Fotos eine leicht strukturierte Oberfläche, welche sich sehr angenehm anfühlt und noch etwas unempfindlicher gegenüber Fingerabdrücken ist als die matte Ausführung. Der Preis pro Druck liegt hier derzeit bei € 1,99 (oder wie ich zu sagen pflege: "praktisch nichts").

Auf der Suche nach der perfekten Mappe

"OK, google! Ich benötige eine Mappe, in die Bilder in 30cm x 45cm hinein passen."

Ergebnisse: "Wie viel Auflösung brauche ich wann", "Pixel und Bildgröße", "Fotos und Fotoabzüge günstig bestellen", "Rasenkantensteine jetzt bei HORNBACH kaufen"

Nein, so wurde das nichts. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schwierig es war, eine vernünftige Mappe zu finden, die mindestens 30cm x 45cm (Innenmaß!) misst. Die meisten größeren Modelle sind für DIN A3 gemacht (29,7cm x 42cm), was natürlich zu eng wird, und ich wollte die Bilder keinesfalls beschneiden. Nach einiger Recherche stieß ich auf ein Produkt im Format DIN B3, welches 35cm x 50cm Platz bietet - also genug für die Bilder, aber auch die Gefahr bergend, dass sie verrutschen und die Ecken leiden könnten.

So entstand die Idee, die Fotos auf Kartonblätter in B3 zu kleben und ihnen damit auch noch einen passenden "Rahmen" zu verpassen. Und hier hatte ich ausnahmsweise mal richtig großes Glück: Fotokarton wird im Fachhandel (in meinem Fall: Pagro vor Ort) oft im Format B2 (50cm x 70cm) verkauft, was genau 2 x B3 entspricht. Ich konnte also die Kartons einfach halbieren und so einen Bogen für 2 Fotos nutzen. Das fertige Ergebnis sieht so aus:

Bastelstunde!

Insgesamt benötigte ich folgendes Werkzeug und Material:

  • Cutter
  • Metall-Lineal 50cm
  • TZ-Dreieck
  • Große Schneidunterlage
  • Einen feinen Bleistift zum Anzeichnen
  • Doppelseitiges Klebeband (klappt vermutlich auch mit Klebestift oder ähnlichem)
  • 1 Bogen Fotokarton für je 2 Fotos
  • Weiches Tuch (danke an dieser Stelle an den Kleiderschrank meiner Tochter!)

Die Arbeitsschritte im Detail:

  • Kartons halbieren: Länge möglichst exakt abmessen, Mitte anzeichnen und anschließend mit einem scharfen Cutter sowie einem ordentlichen Lineal teilen:

Abmessen Schneiden Gleichmäßige Schnittkanten

Achtung: die frisch geschnittenen Kanten können sehr scharf sein. Passt auf eure Finger auf!

  • Einzelne Fotos exakt abmessen (aufgrund von Fertigungstoleranzen können sich die Abmessung von Foto zu Foto um mehrere mm unterscheiden) und Position von zumindest zwei Ecken am Karton markieren:

Erneut abmessen Position markieren

Achtung: meine Kartons waren jeweils in einem Eck mit einem kleinen Barcode bedruckt. Achtet darauf, diesen auf die Rückseite zu legen!

  • Aufkleben: mehrere Streifen doppelseitiges Klebeband auf der Fotorückseite aufbringen, Foto auf den Karton legen, ausrichten und dann mit einem weichen Tuch andrücken. Statt einem weichen Tuch darf auch ein Baby-Body benutzt werden (für euch getestet!)

Doppelseitiges Klebeband Auflegen und mit weichem Tuch andrücken, bis alles hält      

Endergebnis

An dieser Stelle lasse ich einfach nochmal Bilder sprechen:

Fertig! In der Mappe Größenvergleich zu DIN A4

Fazit

Meiner Meinung nach sieht das fantastisch aus und ich bin hochzufrieden mit dem Ergebnis. Für gerade mal ca. 3€ pro Bild an Materialkosten kann ich so meine schönsten Werke in angemessener Art und Weise präsentieren. Auch für die Wandmontage wären die Bilder ideal vorbereitet: 35cm x 50cm ist auch eine gängige Größe für Bilderrahmen, und der schwarze Karton macht sich ganz gut als Passepartout.

Den Aufwand darf man allerdings nicht unterschätzen. Wer genau arbeiten will, um ein möglichst ansprechendes Ergebnis zu erhalten, wird einige Zeit mit schneiden, messen und ausrichten beschäftigt sein. Ich zähle mich selbst zu den handwerklich durchaus begabten Menschen und kann mir gut vorstellen, dass man mit fehlender Übung oder zwei tendenziell eher linkslastigen Händen an der Aufgabe verzweifelt. Auch die Qualität der eingesetzten (Mess-)Werkzeuge ist wichtig. Hier hatte ich das Glück, dass unser Haushalt von vornherein entsprechend ausgerüstet war.

Die Mappe ist so groß, dass ich sie nur selten zu Erstbesprechungen mitbringe. Mein Hauptportfolio ist also nach wie vor die A4-Mappe, was in meinen Augen auch völlig ausreicht. Die großen Bilder habe ich in erster Linie für mich selbst gestaltet.


Welche Mittel nutzt ihr, um eure Fotos zu präsentieren? Ich freue mich auf eure Antworten!


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